mein Lebenslauf
…mit Einblicken in die Stationen meines Lebens,
mit Episoden und Bekenntnissen…
mein Lebenslauf
…mit Einblicken in die Stationen meines Lebens,
mit Episoden und Bekenntnissen…
Es war Pfingstsonntag. Wir wohnten in Bad Blankenburg und wollten wie gewohnt nach Ilmenau zum Gottesdienst fahren. Aber ich hatte etwas dagegen. Und ich setzte meinen Willen durch und meine Familie war nicht einmal erbost deswegen. Wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe, dann setze ich das auch meistens um. Das möglichst schnell. Geduld ist nicht meine Stärke. Ich gab meinen Eltern eine halbe Stunde, mein Vater gab Gas mit seinem P70 und 22 PS … und dann war ich da auf dieser Welt. Wohlbehütet wuchs ich in der Kleinstadt Bad Blankenburg auf.
Als ich 8 Jahre alt war, sind wir nach Ilmenau gezogen. Mein Vater hat eine Arbeitsstelle an der TH bekommen.
10 Jahre sozialistische Schulbildung, wie wird man davon geprägt? Wie froh bin ich, dass es heute alternative Schulkonzepte gibt, die den Selbstwert der Kinder fördern.
Bei Simson Suhl (VEB Fahrzeug-und Jagdwaffenwerk Suhl), dort wo die Simmen gebaut worden… Dort habe ich Zerspanungsfacharbeiter gelernt, also in der Richtung Dreher, Fräser, Monteur und das Abitur gemacht, ich wollte ja studieren. Auf der erweiterten Oberschule (Gymnasium) wollte man mich nicht. Ich war auch froh darüber so eine Praxisausbildung zu bekommen, ich bin mehr Praktiker als Theoretiker…
Ich war ein „Wehrdienstverweigerer“, so stand es in meinen Stasi-Akten. Dabei hatte ich nur den Dienst mit der Waffe abgelehnt. Das war die einzige Möglichkeit dem Knast zu entgehen, denn es gab eine Wehrpflicht und noch keine Zivi´s. Als Erkennung trugen wir einen kleinen grau lackierten Spaten auf den Schulterstücken. Die Farbe habe ich abgeschliffen und das Messing poliert. Bei so viel Gold auf den Schulterstücken heimste ich mir manche militärische Begrüßung bei den UFZen(Unteroffizieren) ein …
… an der Technischen Hochschule Ilmenau Fachrichtung Gerätetechnik…
Wie es sich für einen guten Studenten gehört, war nicht nur das Studium der Gerätetechnik (oder Maschinenbau) angesagt, sondern auch ein ganzes Stück Opposition. In der DDR gab es genug Gründe zur Provokation. Im Bild bei einer Demo mit einem eingeschmuggeltem Plakat und einem verbotenem Slogan. Die Stasi hat mich dann allerdings nicht mehr weiter „demonstrieren“ lassen. Genau so verboten war der Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“. Das daraufhin ausgeschnittene Loch in meiner Kutte zeugte aber weiterhin von meiner Gesinnung…
… das war eine ganze Lebensepoche, während des Studium und danach bis zur Wende:
Das Genießen der uns zur Verfügung stehenden Freiheit. Tramptouren nach Rumänien und Bulgarien, Leben in der Post-Hippie-Zeit.
Wir waren eine coole Truppe, lebten leidenschaftlich unsere Ideale und unsere Weltanschauung, die mit der Staatsideologie nicht gerade konform war…
Ein erster Versuch der Familiengründung. Mein Freund heiratete ein Mädchen aus Dresden, dabei lernte ich bei der Hochzeitsfeier deren Freundin kennen. Das Kribbeln war bei mir gleich ganz tief im Bauch und ich war schwer verliebt. Wir waren sehr flippig und wollten die Welt auf den Kopf stellen. Allerdings lebten wir eine Fernbeziehung. Sie lernte in Dresden und ich studierte in Ilmenau. Wie oft stand ich zum trampen an der Autobahn… Nach etwa 3 Jahren und ein paar hundert Briefen haben wir dann geheiratet.
Ich bekam einen Traumjob an der Technischen Hochschule. Das war eine Industrieforschungsstelle für Relaistechnik Großbreitenbach mit Lehranbindung. Studenten durfte ich nun auch betreuen und in Praktika ärgern. Für die Industrie haben wir Automatisierungstechnik entwickelt. Eine meiner Aufgaben war war die Entwicklung eines Portalroboters.
…und ich war dabei, bei der friedlichen Revolution, mit Kerzen. Gerade im Rückblick ein unglaubliches Wunder. Jeden Montag im Herbst trafen wir uns an der Kirche mit Kerzen in der Hand, friedlich demonstrieren nach dem Montagsgebet. Es war uns schon sehr mulmig, als wir an den zugezogenen Fenstern der Stasi vorbei liefen… Wir konnten nicht wissen, wie es ausgeht und wer an der nächsten Ecke auf uns wartet…
Am 10. November 1989, gerade einen Tag nach dem Mauerfall, sahen wir nicht nur eine politische, sondern auch wirtschaftliche Wende auf uns zu kommen. Udo Henkel und ich beschlossen ein eigenes Unternehmen zu gründen. Nur vier Monate später, am 12. März 1990, wurde die Firma gegründet und als erste GmbH nach der Wende in das Ilmenauer Firmenregister eingetragen. Etwas 50 Mitarbeiter bauen anspruchsvolle Anlagen und Sondermaschinen im Bereich der Automatisierungstechnik.
…im August 1994 mit Jane und seit dem glücklich verheiratet. Ja, ich bekam einen Neuanfang in Sachen Partnerschaft geschenkt und wir sind seit über 30 Jahren glücklich verheiratet. Mein Leben bekam nun den Schwerpunkt Familie. Uns wurden die prächtigen Kinder Lisa und Lukas geschenkt.
Es gibt Fragen in unserer Gesellschaft, die sind tabu, darüber schweigt man und doch hat jeder damit zu tun, muss sich persönlich damit herumschlagen, versucht Antworten zu finden oder versucht zu ignorieren und zu verdrängen.
Ich bin in einer christlich geprägten Familie aufgewachsen. Dadurch wird man aber noch kein Christ. Das geht nur durch persönliche Erlebnisse und die hatte ich…
Für Musik und Sound war ich schon immer begeistert. Dazu gehört die Tontechnik. Viele Jahre tourte ich als Tontechniker mit verschiedenen Bands…Bereits zu DDR-Zeiten hat es angefangen mit WEGZEICHEN. Dann gab es Living Waters und später Soul Food Café.
…eigentlich waren es viele Epochen mit Hausbau, überall war ich dabei, von der Planung bis zur praktischen Umsetzung:
1975 In tiefen DDR-Zeiten das Haus meiner Eltern in der Corona-Schröter-Straße.
1987 Das Gemeindehaus der EFG Güldene Pforte
1996 Firmengebäude der HENKEL+ROTH GmbH
2001 Das Eigenheim im Bussardweg
2010 Bau KiTa Burgspatzen
2017 Kernsanierung des Gemeindehauses
2022 Sanierung eines Nebengebäudes als Wohnung für Tochter Lisa in Janes Elternhaus
2025 Kernsanierung des Einfamilienhauses Corona-Schröter-Straße für Sohn Lukas
Wenn man von der Natur begeistert ist, wenn man über die Vielfältigkeit der Schöpfung staunen kann, dann ist es eine große Erfüllung, wenn man selber etwas gestalten kann, kreativ sein kann…
Der Bau meines Schwimmteiches ist im Teichbautagebuch. nachzulesen.
In der ehrenamtlichen Arbeit habe ich viele Visionen und versuche sie leidenschaftlich umzusetzen. Ich kann mich in ein Projekt hinein stürzen und sehr intensiv daran arbeiten bis es auf den Weg gebracht ist. Aber dann kam eine Zeit, da wurde alles zäh. Alles was ich in der Gemeinde tat brauchte riesige Kraftanstrengung. Sicher war ich auch Gegenwind gewohnt, aber plötzlich warf er mich aus der Bahn. Ich zweifelte an mir, an meiner Vision…
Es war Liebe auf den ersten Blick. Die neue Ducati Scrambler kommt auf den Markt und ich kaufe die 3. in Thüringen…
Dieses Bike hat es bis jetzt am längsten bei mir ausgehalten, es ist gut, klein und schnell. Aber es hat auch eine Vorgeschichte…
Wir haben nun so viele Zweiräder, da wird es einfach zu eng in unserem Carport. Eigentlich wollten wir diesen nur irgendwie erweitern. Aber das hat alles nicht so richtig gepasst. So haben wir beschlossen eine richtige Garage zu bauen. Und da der Teich im unteren Garten nach 15 Jahren nun so langsam verlandet, sollte der auch gleich saniert werden…
In dieser Freikirche bin ich bereits seit meiner Jugendzeit engagiert.
Gemeinde war mein Leben.
Viele Jahre war ich Gemeindeältester. Es gab aber auch andere Betätigungsbereiche: Zuerst verantwortlich für Jugend, dann in mehreren Abschnitten für die Modernisierung der Gemeinde und des Hauses, Diakon für Medien, in der Paarberatung, Training für Leiter und Tiefgänger und vieles mehr. Gott schenkte mir Visionen und Gaben und ich durfte sie umsetzen und erleben. 2024 wurde meine verantwortliche Mitarbeit beendet.
Wenn man Verantwortung abgegeben hat, kann man sich gehen lassen… oder noch aktiv werden. Ich habe mich für letzteres entschieden. Es begann mit dem Wohnmobil-Ausbau eines offroad-Sprinters 4×4 und geht weiter mit…
Es ist einfach genial in einsamen Gegenden unterwegs zu sein, im Gelände, wo keine Touristenschwemme hinkommt, die Einsamkeit und Ruhe genießen, an den schönsten Plätzen zu stehen und alles dabei zu haben, was man braucht…
Wenn meine Frau einen Roman liest, dann liest sie zuerst die letzte Seite. Sie will wissen wie es ausgeht. Wenn sie weiß, dass es gut wird, dann ist alles gut.
Ich weiß, dass die letzte Seite in meinem Buch gut ist, egal was noch alles passiert, egal wie kompliziert und schwierig der Weg dort hin noch sein kann…
6 Kommentare.
…vielen Dank für Kommentare 😉
Lieber Matthias,
über die hervorragenden Seiten der Gemeinde bin ich auf Deine Website gestossen. Ich finde es einerseits sehr mutig, wie offen Du Dein Leben und viele persönliche Dinge im Netz der Allgemeinheit zugänglich machst und ich weiß nicht, ob ich auch so mutig wäre. Gleichzeitig haben mich die Seiten sehr berührt, da ich ja ebenfalls ein DDR- und Gemeindekind bin und Dich und Deine Familie schon von meiner Kindheit an kenne. Leider ist der Kontakt heute sehr wenig geworden und viele der „neueren“ Dinge aus Deinem Leben habe ich erst durch diese Website erfahren. Wirklich bemerkenswert, wie offen, ehrlich und kreativ diese Seite ist. Vielleicht lässt sich der Kontakt ja wieder etwas intensivieren. Mach weiter so, auch wenn die letzte Seite schon geschrieben ist, ist bis dahin bestimmt noch viel zu berichten. LG Daniela
Hallo Daniela, vielen Dank für den lieben Kommentar… Ein sehr weiser Mensch hat mir mal gesagt: Spätestens ab 55 sollte man seine Geschichten weiter erzählen, damit die nachfolgende Generation die Chance hat zu lernen wie man es (nicht) machen soll… Ich denke das ist auch so ein Tabuthema in unserer Gesellschaft, aber Erfahrungen und auch Fehler sind dazu da, dass man daraus lernen kann und reifer wird.
[…] Das Wissen, in Gott geborgen zu sein ist alles, was ein Mensch braucht. Wer soll mir etwas anhaben (Demütigungen, Misserfolge, Versagen, wirtschaftliche Probleme, Krankheit, Verlust eines geliebten Menschen …), meinen Glauben und das tiefe Vertrauen zu Gott kann mir niemand nehmen. Ein weiser Mensch hat mal gesagt: Über 55 soll man seine Lebensgeschichten an die junge Generation weitergeben. Ich habe ein Experiment gewagt und auf meiner Homepage sehr verletzlich und ehrlich Stories aus meinem Leben dargestellt. […]
Hallo Matthias,
ich bin über die Kastenwagen-Homepage hier gelandet und wollte eigentlich nur etwas mehr über deinen Pössl erfahren. Dann war ich jedoch ziemlich überrascht. Die Seiten sind nicht nur genial designed, vor allem die Inhalte sind spannend, mutig und berührend.
Danke. (Übrigens mein erster Kommentar im Netz überhaupt…)
Viele Grüße B.
Bernd
… vielen Dank und viel Spaß beim Stöbern…
Vielleicht kannst du dich für ein Urlaubsland begeistern.