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HTPC

CD-Player, DVD-Player, BR-Player … die vielen Geräte, das hat mich alles genervt, vorallem da aus letzteren beiden meist nicht sonderlich gut Musik kommt. So habe ich mich dazu entschieden alles mit einem PC zu machen.
Das Gehäuse ist ein Zalman HD160XT plus. Ganz nett mit dem Touch-TFT, macht sich gut, wenn man nur CD hören will, da muss man nicht erst den Beamer hochfahren. Eine Mini-Funktastatur und eine Funkfernbedienung ermöglichen eine komfortable Bedienung. Wenn man vorn die Klappe öffnet, kann man noch verschiedene Karten und Sticks einstecken. Das optische Laufwerk liest alles von CD bis BluRay.

Das Betriebssystem (Windows 7) habe habe ich auf einer sehr schnellen SSD-Platte mit 60 GB, das Teil bootet in 30 s, Die Onboard-Grafikkarte und eine zweite Grafikkarte sind passiv gekühlt.
Zur Software:
Für BluRay, DVD usw. verwende ich Power-DVD, (HD-Beamer) im Studio-Bereich Samplitude pro. Meine CDs sind im FLAC-Format auf einem Server archiviert und zum Abspielen verwende ich das JRiver Media-Center. Mittlerweile bin ich recht zufrieden, man muss aber viel Zeit reinstecken, es muss alles ohne Tastatur mit Fernbedienung bedienbar sein (WAF) usw. Das ist aber nicht immer realisierbar, wenn ein Programm meint eine Meldung bringen zu müssen … natürlich auf einem Bildschirm, der gerade nicht an ist …
Der Segen und aber auch der Fluch eines PC ist die Flexibilität. So ein PC ist eine Dauerbaustelle. Aber man kann eben auch schnell auf Neuheiten reagieren. So verwende ich als Fernbedienung mein Samsung Galaxy mit einer entsprechenden App.

Soundkarte

Da ich nun im Studiobereich angekommen bin und bei symmetrischer Signalverarbeitung passen meine Vorstufe und mein DAC nun leider nicht mehr so richtig. Also habe ich mich ein wenig umgeschaut und umgehört und einen weiteren großen Schritt zur Hörizonterweiterung getan. Jenseits von allem Voodoo, beste Qualität – eben Studiotechnik – bietet RME. Hatte ja auch schon vorher bei meinen Tonstudioarbeiten gute Erfahrungen gemacht.
Und so habe ich mir das kleine Wunderkästchen RME Fireface UC zugelegt.
Bild

Das Teil ist erhaben über jede Diskussion von DAC und Vorstufen-Klang. Neutral wie ein Stück Draht macht es das, was es tun soll: Den Datenstrom zitterfrei in ein sauberes und unverfärbtes Analosignal zu wandeln. Es ist schon erstaunlich wie andere Geräte verfärben und damit an Transparenz und Detailreichtum einbüßen…
Aber das Kästchen ist nicht nur ein DAC: Das FF ist eine richtig eierlegende Wollmilchsau geworden.
Folgende Funktionalitäten erfüllt dieses Kästchen für mich:

1. DA-Wandler

Über die Qualität, das Jitterverhalten usw. ist ja schon genug gesagt worden.

2. Vorverstärker

Ich verwende aktive Studiomonitore, das FF hat symmetrische Ausgänge, passt also direkt. Dank standardisierter Studiopegel passt also auch die Anpassung.

3. Quellenwahl

Meine Musiksammlung spiele ich aus FLAC über das JRiver MediaCenter ab. DVD und BR über PowerDVD.
Über den internen Mischer TotalMix lassen sich die Quellen beliebig mischen. Da brauche ich also nichts umzuschalten.

4. Lautstärkesteller

Der eingebaute Lautstärkesteller lässt sich auf beliebeige Kanäle programmieren und hat eine sehr hohe interne Auflösung, die keine hörbaren Verluste bringt. Leider ist da keine Fernbedienung direkt möglich.
Aber durch ein kleines Programm, welches den Windows-Lautstärkesteller abfragt und in MIDI-Befehle wandelt, ist das auch möglich. Das Schöne daran: Ich kann an der Fernbedienung, am PDA zur JRiver-Steuerung, am Bedienknopf des HTPC, an der Funktatstatur usw. die Lautstärke ändern und Dank MIDI-Befehle ändert TotalMix die FF-Lautstärke am Ausgang.

5. PhonoVorverstärker

An die beiden Mic-Eingänge habe ich direkt und Symmetrisch meinen MC-Tonabnehmer angeschlossen und dieses Signal wird rauscharm um 60 dB verstärkt und anschließend in sehr guter Qualität und Auflösung AD-gewandelt. Mit dem Convolver falte ich die gewünschte RIAA-Kennlinie

6. Trinauraler Prozessor

Das Teil ist ganz simpel digital integriert (als Standgeräte kostet das Teil über 2 T€, als DIY 200 €). Es sind zwar ein paar kleine Tricks erforderlich, aber Dank VSTHost und TotalMix lassen sich aus 2 problemlos 3 Kanäle erstellen und ganz sensibel justieren.

7. Raumkorrektur

Nicht zuletzt habe ich einen Convolver mit FIR-Raumkorrekturfiltern für 3 Kanäle eingebunden. Die Filter werden mit acourate erstellt und stellen eine beeindruckende Kanalgleichheit in Amplitude und Zeit am Hörplatz her. Die räumliche Abbildung gewinnt enorm an Schärfe und Tiefe.
In das kleine Kästchen sind also enorm viele Funktionen reingepackt und ich denke die Funktionalität ist gebührend ausgenutzt. Hier das Routingschema, das ich mir zusammengebastelt habe:

Leider sind jetzt meine DIY-Verstärker nur noch Raumdekoration.

Stereo über 3 Kanäle-Trinaural

Fans von Mehrkanalanlagen werden sagen: Stereo ist eine Krücke.
Und sie haben Recht. Die 2-Kanaltechnik ist nicht in der Lage einen realen Höreindruck auch nur annäherungsweise wieder zu geben. Was wir bei Stereo hören ist eine Illusion, unser Gehirn „errechnet“ aus Erfahrungswerten mehr oder wenig sinnvoll eine virtuelle Bühne. Das kann man erlernen, manche weniger, manche erleben einen 3-dimensionalen Raum, auch wenn das mit 2 Lautsprechern eigentlich gar nicht möglich sein dürfte… Das ist also oft eine Sache des Trainings, der Erfahrung und Vorstellungskraft.
Richtiger für die Musikwiedergabe (es geht nicht um Filmeffekte) ist die Mehrkanalwiedergabe. Da klemmt es aber oft an vernünftigen Wiedergabeketten und vor allem fehlt das für Mehrkanal gemischte Musikmaterial.
Also bleibt nur das alte Stereo mit seinen Nachteilen und der anstrengenden Gehirnarbeit sich eine virtuelle Bühne im schmalen Sweetspot aufzubauen… Durch ungleiche (nicht ausgemessene Boxen, unterschiedliches Abstrahlverhalten und Raumreflexionen, zu große Hörabstände außerhalb des Hallradius usw.) wird diese virtuelle Bühnenillusion mehr schlecht als recht erfahren… Aber daran haben wir uns gewöhnt und damit arrangiert.

Neulich ist mir ein interessantes Thema über den Weg gelaufen:

Trinaural

Nein, das ist kein Voodoo, sondern technisch real nachvollziehbar. Ist auch nichts Neues, gibt es schon viele Jahrzehnte, ist nur immer in Vergessenheit geraten und hat sich nicht durchgesetzt.
Trinaural ist nicht wie der Name sagt, hören mit 3 Ohren, sondern eine 3-kanalige Wiedergabe. Auf dem Markt ist eine sogenannter Trinaural-Prozessor von Bongiorno erhältlich. Aber die Bezeichung ist irreführend, es ist ein reines Analoggerät. Es geht also nicht um irgendwelche Surround-Prozessoren, die ein mehrkanaliges Signal „aufhübschen“
Das Prinzip ist folgendes:
In der Theorie ist Trinaural nichts anderes als die virtuelle Bühne auf reale LSP aufzuteilen. Da die Aufteilung elektrisch erfolgt, ist diese natürlich viel genauer und fehlerfrei als bei der akustischen Aufteilung mit den Fehlern durch Raumeinflüsse… Deshalb wird die Stereoillusion deutlicher vermittelt. Der Centerkanal wird ganz einfach mathematisch ermittelt:
L -> L – R/2
R -> R – L/2
C -> (L+R)/2
Das kann man analog (wie ein teures Gerät von Bongiorno) wie digital umsetzen, ob der Einfachheit der Gleichungen beides kein Ding.
Bei 2-Kanal liegt der optimale Sweetspot im gleichseitigem Dreieck, die LSP sind also im 60° Winkel angeordnet. In der Praxis ist dieser Winkel sogar oftmals kleiner, da bei diesem Winkel die virtuelle Bühne zu zerreißen beginnt (natürlich abhängig vom Raum und Abstrahlverhalten). Bei Trinaural sollen die LSP auf -45°/0°/45° angeordnet sein. Da ist die Bühne wieder richtig „entzerrt“ und der 45° Winkel zwischen den LSP ermöglichen eine sehr stabile „linke und rechte Bühne“. Der wichtigste LSP ist der Center, da von dort die meisten Musikinformationen kommen, die seitlichen können sogar kleiner sein.

Die Meinungen zu Trinaural sind natürlich sehr unterschiedlich: Von zweifelnder Ablehnung bis zur totalen Begeisterung. Als Hauptvorteil wird ein viel größerer Sweetspot beschrieben. Die Illusion der virtuellen Bühne ist deutlich leichter erreichbar und gewinnt mehr an Tiefe und Räumlichkeit… Es soll ein viel größerer Schritt in Richtung reale Wiedergabe sein, als die Anschaffung von HighEnd Boxen oder gar Verstärkerkram usw.

Der Höreindruck ist einfach überwältigend:

Der normale vom Stereo gewohnte Klang ist erst mal da, also keine Klangverfärbung, keine Pseudo-AVR-Klangverschlimmbesserung. Selbst als ich es noch nicht perfekt eingerichtet hatte, es baut sich eine ganz tolle virtuelle Bühne auf, die nun nicht mehr so ganz virtuell ist. Die Bühne ist schärfer, transparenter, beindruckender, gewinnt an Dimensionen, es spannt sich ein größerer Raum auf.
Bei Stereo musste man sich erst konzentrieren, bei Tri hakt die Stereobühne sofort im Gehirn ein. Dabei ist man nicht am Sweetspot festgenagelt. Man hat mindestens einen Meter Bewegungsfreiheit, ohne dass die Bühne sich ändert, sie bleibt einfach stehen, wie in echt.
Aber zwei Dinge haben mich besonders beeindruckt:
Erstens kann man keine Boxen mehr heraus hören, der Klang löst sich wie selbstverständlich von den Boxen. Das erreicht man bei Stereo nur mit sehr guten paargleichen Boxen und aufwändiger Raumakustik.
Und zweitens: Die Mitte kommt so etwas von sauber und klar. Nun ja, steht ja auch ein Lautsprecher dort. Sicher, hat man auch bei perfektem Stereo, dass man denkt, ein Center steht dort. Aber dieser virtuelle Center ist nicht so sauber, nicht so direkt und klar. Kann man theoretisch auch einfach nachvollziehen. Die Mitte wird aus zwei identischen Signalen aus 2 Lautsprechern akustisch zusammengebastelt. Was passiert, wenn 2 gleiche Signale von 2 Quellen abgestrahlt werden? Es kommt zu ganz massiven Kammfiltereffekten (wir hören ja nicht nur mit einem festgenageltem Ohr). Das äußert sich in Klangverfälschungen im virtuellen Center. Gerade bei Gesang (Sprache) macht sich das bemerkbar. Bei Tri wird dieses Monosignal aus einem Lautsprecher mit der größten Intensität abgestrahlt.
Fazit:
Tri ist deutlich besser als Stereo, wenn man großen Wert auf eine virtuelle Bühne legt.

Raumkorrektur mit acourate

acourate ist bemüht am Hörpunkt die Boxen in Frequenzgang und Phase anzugleichen.
Zum eigenen Verständnis habe ich das Prinzip so formuliert:
Wir senden ein Monosignal aus den Stereoboxen und sind dann stolz darauf, dass der Nachrichtensprecher genau aus der Mitte kommt. Wenn man beide Boxen am Hörplatz misst, wird man feststellen, dass der Frequenzgang durchaus um einige dB schwankt. Sagen wir mal bei 400 Hz ist der linke Kanal 6 dB lauter als der rechte, bei 600 Hz anders herum und bei 1 kHz beide gleich. Das ist durchaus realistisch. Das bedeutet: Wenn wir ein Signal auf einer Seite um 6 dB leiser abspielen, wandert die Phantommitte deutlich nach außen.

Obwohl bei dem Monosignal in der Summe eine virtuelle Mitte erscheint, wandert die Mitte in einzelnen Frequenzbereichen deutlich hin und her. Die Phantommitte ist „verschmiert“. Wenn jedoch Pegel und Phasengleichheit am Hörpunkt anliegt ist die Phantommitte deutlich schärfer und bekommt eine natürliche Kontur…

acourate ändert übrigens nicht nur den Pegel (wie ein EQ), sondern gleicht auch die Laufzeiten, die z.B. durch Toleranzen in den Weichen entstehen, an. Stichwort Laufzeitstereofonie. Durch Unterschiede in der Laufzeit wird die Ortung auch verschmiert.

Zu beachten ist auch, dass der Frequenzgang nicht brutal im eingeschwungenen Zustand linearisiert wird. Das Ohr nimmt die erste Wellenfront stärker wahr als den eingeschwungen Zustand. Deshalb darf der Frequenzgang nur gehörpsychologisch „sanft“ korrigiert werden.

Realisiert wird die Korrektur über FIR-Filter, welche acourate erzeugt und die als VST-Plugin in die Abspielsoftware (foobar, JRiver) eingebunden werden. Bei mir war es mit den 3 Kanälen etwas komplizierter und ich brauchte einen extra Convolver in der Soundkarte…

Nun zu meinen Messergebnissen.
Aufgenommen wird ein ein minütiger Sinussweep über den gesamten Frequenzbereich. Dazu benötigt man ein möglichst kalibriertes Messmikro samt linearem Vorverstärker. Aus diesen Aufnahmen berechnet acourate die verschiedensten Funktionen.

So sieht der unkorrigierte Frequenzgang am Hörplatz mit den Nachhallzeiten des Raumes aus:

Wenn man die Kurven miteinander vergleicht, stellt man fest, dass bis zu 10 dB Unterschied zwischen den einzelnen Boxen gemessen wurde. Diese Differenzen sind nur schmalbandig und machen sich klanglich nur wenig bemerkbar. Allerdings kann man so nachvollziehen, dass die Position des Klangereignisses auf der virtuellen Bühne verschmiert.
An diesem Beispiel kann man sehen, dass trotz sehr guter und ausgemessener Studiomonitore mit gleichmäßig starker Bündelung und eines recht guten Hörraumes am Abhörplatz recht große Unterschiede im Schalldruckverlauf entstehen.
Ein Betätigungsfeld für acourate. Die Ausgangskurve ist rot:

Zunächst wird eine Ziel-Frequenzgangkurve (Target) nach Wunsch kreiert (braun). Ich habe da eine zu den Höhen um 3 dB fallende Kurve gezeichnet, im Tiefbassbereich eine Anhebung um 4 dB und eine Hoch- und Tiefpass bei 15Hz und 20 kHz. Die Zielkurve wird mit der invertierten geglätteten Messkurve gefaltet (blau) und ein Filter berechnet. Die dicke schwarze Kurve stellt den berechneten Frequenzgang dar.
Nun zu den Ergebnissen. Das ungefensterte Ergebnis sieht so aus:

Sogar der Nachhall ist noch etwas gleichmäßiger geworden.
Die gefensterten Kurven:

Die rote Kurve wird mit 2 dB geringerem Pegel dargestellt. Die grüne Kurve ist der Center mit einem Sub. Wie man sieht, die untere Grenzfrequenz liegt bei 20 Hz.

Das Hör-Ergebnis:
Mittlerweile kann ich wirklich von einer holographischen oder besser „holophonen“ Abbildung sprechen.
Es ist einfach faszinierend, wie scharf Instrumente nicht nur im Winkel sondern auch in der Tiefe abgebildet werden. Allerdings hört man so noch mehr die Qualität der CDs. Da erlebt man albernes Ping-Pong bis hin zum reinen Mono sehr deutlich. Aber sehr viele Aufnahmen sind beeindruckend scharf ortbar und vermitteln einen natürlichen Raum…

HiFi Technik

Lautsprecher

Digitalendstufe

Röhren-Vorverstärker

DIY-Plattendreher