HausBauAktivitäten
… mit meiner Unterstützung der Vorhaben durch Ideen, Planung und handwerkliche Arbeiten,
oder auch in der Bauleitung mit Organisation und Materialbeschaffung:
… mit meiner Unterstützung der Vorhaben durch Ideen, Planung und handwerkliche Arbeiten,
oder auch in der Bauleitung mit Organisation und Materialbeschaffung:
In der DDR herrschte große Wohnungsnot. Wir wohnten wegen der Wohnungsnot bei einem alten Ehepaar in einem Einfamilienhaus. Wir sollten sie Onkel und Tante nennen. Das passte aber überhaupt nicht. Irgendein Spaßvogel aus unserer Familie verfasste ein Anagramm: Der Onkel, eine gutmütiger alter Mann war der Nokel. Sein alter Mercedes war die Nokelpinne. Die Tante, sehr giftig und eine falsche Schlange, war die Nate. Ihr Fahrrad war das NaNo-Fahrrad. Diese Späßchen brauchten wir, um das Leben dort erträglich zu gestalten. Freunde durfte ich nicht mitbringen, denn da geht die Treppe kaputt. Im Garten durfte ich nicht spielen, denn es war kein Spielgarten. Zwischen 1 und 3 Uhr musste für den Mittagsschlaf absolute Stille herrschen. Im Haus durfte nichts verändert werden. Wenn wir doch mal ein Loch bohren wollten, gab es eine Chance beim obligatorisch täglichen halbstündigen Spaziergang. Einer musste Schmiere stehen und rief: „Sie kommen“. Schlagartige Ruhe setzte ein und die Arbeit musste am nächsten Tag fortgesetzt werden. Vielleicht habe ich dadurch das Verzichten gelernt.
Es ist nur eine logische Konsequenz, dass meine Eltern dann ein Haus bauten, sobald sich die Gelegenheit dazu ergab. In der neuen Corona-Schröter-Straße (eine Schauspielerin zu Goethes Zeiten) war es dann soweit.
Das war 1975 in tiefen DDR-Zeiten nicht einfach, es herrschte überall Materialmangel und man brauchte Beziehungen. Arbeitskräfte fand man nur als „Feierabendbrigaden“. Die Qualität war entsprechend schlecht, gemauert und geputzt wurde nach „Augenmaß“. Da man das nicht vertreten konnte, lernte ich damals schon als Jugendlicher das Mauern und vieles mehr…
Die ersten Dokumente, die von unserer Gemeinde aufgetaucht sind, stammen aus dem Jahr 1920. Nach den Unruhen des ersten Weltkrieges trafen sich in Ilmenau einige Christen in einem Hauskreis. Später fanden sie dann ihr erstes Domizil in einem kleinen Saal unter einer Pelznäherei. Der Zugang im zweiten Hinterhof war allerdings alles andere als einladend. Es kam schon mal vor, dass ein Stück Haus eingefallen ist. Meine Erinnerungen reichen bis in das Jahr 1965 zurück, als ich in die Schule und nach Ilmenau kam. Als Kind nahm ich zwei Reihen mit Holzbänken wahr, vorn saßen die Brüder, hinten die Schwestern. Das Harmonium stand hinten und meine Mutter war Jahrzehnte die Lobpreiserin. In meiner Jugendzeit kann ich mich noch an etliche evangelistische Veranstaltungen erinnern. Mit 30-40 Personen war der Saal überfüllt, die Toilette (wenn man das so nennen kann) war über den Hof und immer abgeschlossen und für unsere Teestube haben wir den Tee mit Tauchsieder im Wassereimer gekocht. Die nannte sich immerhin schon Tea&Talk. Trotz dieser widrigen Umstände sind etliche Menschen zum Glauben gekommen. Der gelebte Glaube war immer mit etwas Auflehnung gegen die atheistische Staatsreligion verbunden und erforderte auch Zivilcourage.
Unser großer Wunsch war aus dem Hinterhof heraus zu kommen. Viele Wunder haben wir in der Mangel-DDR erlebt und wir konnten 1987 unsere eigene Kirche bauen…
Familie und Kinder sind gewachsen. In einem Einfamilienhaus mit den Eltern zusammen zu wohnen geht nicht mehr auf. Es fiel die Entscheidung zu bauen, aber wo? Wir liebe den Ausblick in die Ferne und es gab nur ein Baugrundstück in Ilmenau-Oberpörlitz, das diesen Wunsch erfüllte: Auf einer Bergkuppe mit Blick in all 4 Himmelsrichtungen.
Die Planung machte einfach Freude, großzügige Räume, offener Wohn- und Küchenbereich, große und bodentiefe Fenster und es sollte ein Holzhaus sein. Ich liebe Fichtenholz, komme ja aus Thüringen. Die Firma PlatzHAUS konnte uns so ein Fertighaus anbieten. Es war schnell aufgestellt, aber es blieb trotzdem noch viel Arbeit zur Verfeinerung und Gestaltung nach unserem Geschmack…
Mittlerweile ist das Haus auch schön in die Umgebung „eingewachsen“.
Der Ausblick von etwas weiter oben:
Wir stellen uns in der EFG Güldene Pforte schon seit einiger Zeit die Frage, wie wir in Ilmenau eine größere gesellschaftliche Relevanz bekommen können. Die Stadt bietet das Nachbargrundstück „Burggasse 13“ zum Kauf an.
30.06.2009 Die Stadt befürwortet den Antrag trotz zunächst kritischer Sicht und nimmt 25 zusätzliche Plätze in den Bedarfsplan auf.
2010-Mai 22011 Ausbau des Hauses, eigentlich war es mehr ein Abriss und wegen Denkmalschutz identischer Neubau. Der Stil des Fachwerkes wurde aber beibehalten und macht den Charm des Haues aus. Der Hof wurde ein genialer Abenteuerspielplatz mit großer Holzburg und einem riesigen Sandkasten…
01.05.2011 Eröffnung der Kindertagesstätte mit 30 und später 42 Kindern. Lange Wartelisten zeugen von einer guten Akzeptanz in Ilmenau.
Ab 2005 ist uns als Gemeinde immer mehr bewusst geworden, dass wir in der Gesellschaft als Christen eine wichtige Rolle spielen und es begann eine rasante Entwicklung zu einer Kirche am Puls der Zeit. Die Vision in Kinder zu investieren entstand 2009. Der Kerngedanke dabei ist in Kinder einen Samen aus christlichen Werten zu säen. Ein weiteres Projekt ist der Lichtblick im Plattenbaugebiet PöHö. Das ist ein Wohngebietstreff für alle Generationen, speziell aber für Kinder. Da dieses Projekt „obdachlos“ geworden war, bekamen wir 2015 die Chance eine alte Telefonzentrale (mit Stasi-Vergangenheit) zu erwerben. Dieses Haus sanierten wir vollständig in Eigenleistung und jetzt ist es mit seinen vielen Angeboten eine Bereicherung in einem sozialen Brennpunkt.
Unser Gemeindehaus dagegen stammte aus einem anderen Jahrhundert und einer anderen Epoche. Eine graue Maus in einer schönen Altstadt und nicht unbedingt das anziehende Licht auf dem Berg… Aber es wurde auch eng in dem Haus. Bei größeren Veranstaltungen reichten die Stühle nicht mehr. Die Gemeinde begann stärker zu wachsen. Seit einigen Jahren hatten wir die Vision von einem sanierten Haus, einem Haus, das einladend ist, ein Haus das eine Grundlage für den eigentlichen Gemeindebau ist. Wir haben das Haus 2017 umfangreich saniert für eine zeitgemäße Kirche.
Kirche neu erleben.
Eigentlich ist es ein schöner alter 3-Seitenhof, denkmalgeschützt. Das Wohnhaus, 2 Etagen mit 4 Wohnungen grenzt an die Hauptstraße mit einer Hofdurchfahrt, daneben ein Seitengebäude mit Wirtschaftsräumen und eine mini-Wohnung. Den Abschluss zu Garten bildet eine Scheune.
Für Lisa haben wir das Nebengebäude ausgebaut, Wärmedämmung, Aufdachdämmung und Ausbau des Dachbodens. Ziel war den Charm eines alten Fachwerkhauses herauszustellen, eine stilvolle Haussanierung.
Lukas bekam das Haus meiner Eltern übertragen. Auch wenn nach der Wende die Fassaden isoliert und gut saniert wurden und das Haus auch eine Aufdachdämmung und Tonziegel erhielt, war innen ein gnadenlos veralteter DDR-Ausbau anzufinden. So hat Lukas das Haus komplett entkernt. Dreifach verglaste Fenster wurden von einer Fachfirma eingebaut, Ein Elektriker macht die Installation, aber der Rest ist alles Eigenleistung. Die Räume wurden komplett neu aufgeteilt, ein großes Wohnzimmer mit integrierter Küche, Spitzboden und Obergeschoß im Trockenbau saniert, aller Klempnerarbeiten und Heizungsbau mit Fußbodenheizung in allen Räumen und Wärmepumpe. Viele Bereiche, in die ich mich einbringen konnte mit meinen nun doch vielen Bauerfahrungen…